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Zahlen - Daten - Fakten.

Essen - Süd - ein modernes Finanzamt - nicht nur äußerlich


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Zahlen - Daten - Fakten

Essen - Süd - ein modernes Finanzamt - nicht nur äußerlich

von Ulrich Hartmann, FA Essen-Süd

Ulrich Hartmann, Vorsteher des FA Essen-Süd.
Ulrich Hartmann,
Vorsteher des FA Essen-Süd.

   

Historie

Das Finanzamt Essen-Süd entstand erstmals im Jahre 1925 aus der Teilung des ehemaligen Finanzamt Essen-Stadt in die Finanzämter Essen-Nord und Essen-Süd und war für die südwestlichen Stadteile zuständig. Der Eingangsbereich des ehemaligen Hauptgebäudes in Rüttenscheid an der Goethestraße 65 steht seit 1996 unter Denkmalschutz, u.a. weil  "... die in zurückhaltend expressionistischen Formen gehaltene Eingangssituation in der Essener Architektur eine absolute Rarität darstellt und bedeutend für die Entwicklung der Stadt war ...". Das Finanzamt hatte im Laufe der Zeit mehrere Stellen in diversen Nebengebäuden untergebracht. Heute entsteht im ehemaligen Finanzamt Essen-Süd ein Beginenhaus, dabei handelt es sich um ein Wohnstift für Frauen.

   

Das ehemalige Dienstgebäude an der Goethestraße.
Das ehemalige Dienstgebäude an der Goethestraße.

   

Der erste Umzug

Am 14.06.2004 hatte das Finanzamt Essen-Süd zusammen mit den Finanzämtern Essen-Nord und Essen-Ost das Finanzamtszentrum Essen - einen Neubau in E-Form - mitten in der Industriebrache des ehemaligen Krupp-Fabrikgeländes an der Altendorfer Str. 129 bezogen. Die Nebenstellen in der Kortumstraße und In der Hagenbeck wurden aufgelöst. Alle Stellen des Finanzamtes Essen-Süd befanden sich nun unter einem Dach.

  

Essen-Süd im Finanzamtszentrum Essen.
Essen-Süd im Finanzamtszentrum Essen.

  

Gebaut wurde das Finanzamtszentrum in einer Industriebrache. Diese wandelt sich allerdings u.a. durch Neubau des neuen ThyssenKrupp Quartiers - einem ehrgeizigen und architektonisch bedeutenden Großbauprojekts - vis-à-vis, des Berthold-Beitz-Boulevards und des Krupp-Parks nebenan zu einer bevorzugten Bürolage Essens. Zusammen mit dem neuen Citycenters Limbecker Platz, den Bauten auf Zollverein und dem Neubau des Folkwangmuseums sind alle Bauprojekte eine gute Vorbereitung für RUHR 2010 - Essen für das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt Europas.

Der zweite Umzug - die Fusion -

Drei Jahre später am 01.12.2007 wurden die drei Essener Finanzämter Essen-Nord, Essen-Ost und Essen-Süd als landesweites Pilotprojekt in dieser Konstellation zu den zwei "neuen" Finanzämtern Essen-NordOst und Essen-Süd fusioniert. Das Finanzamt Essen-Süd verzeichnete einen Zuwachs von 65 Mitarbeitern des ehemaligen Finanzamtes Essen-Nord und vergrößerte sich territorial um die ehemals vom Finanzamt Essen-Ost verwalteten südlichen Stadtteile Byfang, Fischlaken, Heidhausen, Kettwig, Kupferdreh und Werden. Umzugserprobt wurden die umfangreichen und komplizierten Umzüge im Hause bewältigt; das war schon eine logistische Meisterleistung. Die Nachbetreuung der Fusion im sachlichen aber auch im persönlichen Bereich dauerte fast das gesamte Jahr 2008 an. Über Besprechungskreise werden von Unterschieden der Aufbau- und Ablauforganisation bis hin zu persönlichen Befindlichkeiten alle Gesichtspunkte erörtert und aufgearbeitet. Von verwaltungsexternen Profis geleitete Seminare unterstützen dabei Vorsteher und die Sachgebietsleiter in ihrer schwierigen Mittlerrolle vor und nach der Fusion.

   

Der Umzug.
Der Umzug.

   

Synergieeffekte eines Finanzamtszentrums

Ein Finanzamtszentrum mit mehreren Festsetzungsfinanzämtern bietet sicherlich - von manchen überbewertete - Synergieeffekte. So betreut das Finanzamt Essen-Süd eine gemeinsame Bücherei. Der Empfang ist gemeinschaftlich besetzt. Die Telefonzentrale betreut die IPT-Telefonie für das gesamte Finanzamtszentrum. Ein großer Sitzungssaal wird auch gerne für gemeinsame und überregionale Besprechungen sowie Fortbildung genutzt. Das Casino mit Wintergarten und im Sommer mit Außenbereich überzeugt mit einer guten Speiseauswahl und -qualität und vielen Sonderaktionen seine Gäste sowohl aus dem FAZ wie auch zahlreiche Besucher aus der Umgebung.

Die Eckdaten

Der neue Finanzamtsbezirk umfasst im Wesentlichen die südlichen und südwestlichen Stadtteile Essens mit einer räumlichen Ausdehnung von 103,9 km² und rund 232.203 Einwohnern. Nach der Fusion sind zum 01.01.2008 beim Finanzamt Essen-Süd 335 Personen in 20 Sachgebieten beschäftigt. Essen-Süd ist ein reines Veranlagungsfinanzamt mit einer besonderen Struktur. Die Essener Konzerne werden im FA Essen-Süd geführt, Großverdiener konzentrieren sich in den bevorzugten südlichen Wohnlagen. Insbesondere neue Kolleginnen und Kollegen staunen immer wieder über die "großen Zahlen" und die ungewöhnliche Komplexität der Fälle. Davon zeugt natürlich auch ein Steueraufkommen in Höhe von fast 5 Mrd. €.

Besonderheiten A + O

Das Finanzamt Essen-Süd ist organisatorisch am Risikomanagementsystem (RMS) neu aufgestellt. Als gemeinsame Vorschaltstelle für alle 2000er und 5000er Steuerfälle (außer Personengesellschaften und Körperschaften) dient die aus der ehemaligen SIST (Service- und Informationsstelle) und der GAW (Gewichtenden Arbeitsweise) zusammengefasste neue EVST (Erstveranlagungsstelle). Die Steuererklärungen werden nach einem modernen Risikomanagement auf die Erstveranlagungsstelle und die Veranlagungsbezirke aufgeteilt.

   

Organisationsschema FA Essen-Süd.

Organisationsschema FA Essen-Süd.

   

Die Veranlagungsbezirke sind als Teambezirke gemischt mit mittlerem Dienst und gehobenen Dienst besetzt. Für die Veranlagungsbezirke Personengesellschaften und Körperschaften ist die Veranlagungsbegleitung im Wesentlichen in der ZVB-U (Zentrale Veranlagungsbegleitung - Unternehmen) zusammengefasst.

Einen Ausgleich der Arbeitsspitzen übernehmen die Koordinatoren des Sonderbezirks. Im Gegensatz zu den üblichen (nicht stetigen) Einsatzreserven handelt es sich um eine dauerhafte Gruppe von sehr erfahrenen universell einsetzbaren Koordinatoren im Sachgebiet des ständigen Vertreters, die alle Arbeitsgebiete der Veranlagung unterstützen.

Die NAST (Neuaufnahmestelle) mit Existenzgründerberatung und weiteren zusätzlichen Aufgaben steht nicht nur im Finanzamt sondern auch bei großen Messen (START, CeBIT), bei Vereinen, … und im Rahmen von IHK-Seminaren beratend zu Seite. Wesentliche Teile der Veranlagungsbegleitung sind in der sogenannten ZVB (Zentrale Veranlagungsbegleitung) zentralisiert, die seit Anfang 2010 mit der NAST fusioniert ist.

Essen-Süd projektiert auch in der RBST (Rechtsbehelfsstelle) das Risikomanagement. Durch kontrollierte Vorauswahl werden Bearbeitungswege intelligent getrennt, und dabei beispielsweise auch Massenrechtsbehelfe in einer gesonderten RBST zentralisiert.

Moderne Bürokommunikation u.a. mit der Möglichkeit der Videokonferenz (für finanzgerichtliche Verfahren) ergänzt das strategische Konzept in diesem Bereich.

Der Drive-In-Briefkasten wird von den Steuerbürgern sehr gut angenommen. An manchen Wochenenden muss er trotz seiner enormen Größe mehrfach geleert werden.

Kultureller Schwerpunkt

sind die etwa viermal im Jahr stattfindenden Kunstausstellungen auf den dazu sehr gut geeigneten Emporen des Eingangsbereiches, über die im FISKUS auch schon häufiger berichtet wurde. Künstler aller Stilrichtungen erhalten so die Möglichkeit, ihre Arbeiten dem breiten Publikum zu präsentieren. Die Steuerbürger können ihr Finanzamt einmal von einer anderen Seite kennenlernen und die örtliche Presse berichtet positiv über das Finanzamt. Im Kulturhauptstadtjahr 2010 gehen allein sechs Ausstellungen über die Bühne, von Malerei bis Fotografie.

   

Bild aus der Ausstellung der Schillerschule.
Ein Bild aus der Ausstellung der Schillerschule 2008