Finanzamt
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von Ulrich Hartmann, FA Essen-Süd

Ulrich Hartmann,
Vorsteher des FA Essen-Süd.
Das Finanzamt Essen-Süd entstand erstmals im Jahre 1925 aus der Teilung des ehemaligen Finanzamt Essen-Stadt in die Finanzämter Essen-Nord und Essen-Süd und war für die südwestlichen Stadteile zuständig. Der Eingangsbereich des ehemaligen Hauptgebäudes in Rüttenscheid an der Goethestraße 65 steht seit 1996 unter Denkmalschutz, u.a. weil "... die in zurückhaltend expressionistischen Formen gehaltene Eingangssituation in der Essener Architektur eine absolute Rarität darstellt und bedeutend für die Entwicklung der Stadt war ...". Das Finanzamt hatte im Laufe der Zeit mehrere Stellen in diversen Nebengebäuden untergebracht. Heute entsteht im ehemaligen Finanzamt Essen-Süd ein Beginenhaus, dabei handelt es sich um ein Wohnstift für Frauen.

Das ehemalige Dienstgebäude an der Goethestraße.

Essen-Süd im Finanzamtszentrum Essen.
Gebaut wurde das Finanzamtszentrum in einer Industriebrache. Diese wandelt sich allerdings u.a. durch Neubau des neuen ThyssenKrupp Quartiers - einem ehrgeizigen und architektonisch bedeutenden Großbauprojekts - vis-à-vis, des Berthold-Beitz-Boulevards und des Krupp-Parks nebenan zu einer bevorzugten Bürolage Essens. Zusammen mit dem neuen Citycenters Limbecker Platz, den Bauten auf Zollverein und dem Neubau des Folkwangmuseums sind alle Bauprojekte eine gute Vorbereitung für RUHR 2010 - Essen für das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt Europas.

Der Umzug.
Ein Finanzamtszentrum mit mehreren Festsetzungsfinanzämtern bietet sicherlich - von manchen überbewertete - Synergieeffekte. So betreut das Finanzamt Essen-Süd eine gemeinsame Bücherei. Der Empfang ist gemeinschaftlich besetzt. Die Telefonzentrale betreut die IPT-Telefonie für das gesamte Finanzamtszentrum. Ein großer Sitzungssaal wird auch gerne für gemeinsame und überregionale Besprechungen sowie Fortbildung genutzt. Das Casino mit Wintergarten und im Sommer mit Außenbereich überzeugt mit einer guten Speiseauswahl und -qualität und vielen Sonderaktionen seine Gäste sowohl aus dem FAZ wie auch zahlreiche Besucher aus der Umgebung.
Der neue Finanzamtsbezirk umfasst im Wesentlichen die südlichen und südwestlichen Stadtteile Essens mit einer räumlichen Ausdehnung von 103,9 km² und rund 232.203 Einwohnern. Nach der Fusion sind zum 01.01.2008 beim Finanzamt Essen-Süd 335 Personen in 20 Sachgebieten beschäftigt. Essen-Süd ist ein reines Veranlagungsfinanzamt mit einer besonderen Struktur. Die Essener Konzerne werden im FA Essen-Süd geführt, Großverdiener konzentrieren sich in den bevorzugten südlichen Wohnlagen. Insbesondere neue Kolleginnen und Kollegen staunen immer wieder über die "großen Zahlen" und die ungewöhnliche Komplexität der Fälle. Davon zeugt natürlich auch ein Steueraufkommen in Höhe von fast 5 Mrd. €.

Organisationsschema FA Essen-Süd.
Die Veranlagungsbezirke sind als Teambezirke gemischt mit mittlerem Dienst und gehobenen Dienst besetzt. Für die Veranlagungsbezirke Personengesellschaften und Körperschaften ist die Veranlagungsbegleitung im Wesentlichen in der ZVB-U (Zentrale Veranlagungsbegleitung - Unternehmen) zusammengefasst.
Einen Ausgleich der Arbeitsspitzen übernehmen die Koordinatoren des Sonderbezirks. Im Gegensatz zu den üblichen (nicht stetigen) Einsatzreserven handelt es sich um eine dauerhafte Gruppe von sehr erfahrenen universell einsetzbaren Koordinatoren im Sachgebiet des ständigen Vertreters, die alle Arbeitsgebiete der Veranlagung unterstützen.
Die NAST (Neuaufnahmestelle) mit Existenzgründerberatung und weiteren zusätzlichen Aufgaben steht nicht nur im Finanzamt sondern auch bei großen Messen (START, CeBIT), bei Vereinen, … und im Rahmen von IHK-Seminaren beratend zu Seite. Wesentliche Teile der Veranlagungsbegleitung sind in der sogenannten ZVB (Zentrale Veranlagungsbegleitung) zentralisiert, die seit Anfang 2010 mit der NAST fusioniert ist.
Essen-Süd projektiert auch in der RBST (Rechtsbehelfsstelle) das Risikomanagement. Durch kontrollierte Vorauswahl werden Bearbeitungswege intelligent getrennt, und dabei beispielsweise auch Massenrechtsbehelfe in einer gesonderten RBST zentralisiert.
Moderne Bürokommunikation u.a. mit der Möglichkeit der Videokonferenz (für finanzgerichtliche Verfahren) ergänzt das strategische Konzept in diesem Bereich.
Der Drive-In-Briefkasten wird von den Steuerbürgern sehr gut angenommen. An manchen Wochenenden muss er trotz seiner enormen Größe mehrfach geleert werden.

Ein Bild aus der Ausstellung der Schillerschule 2008